Freitag, 14. Juli 2017

Farbe! Vielfalt! Toleranz!

Karin von Grüner Nähen läd alle Bloggerinnen und Blogger ein

zur ersten CSD-Link-Parade!

Um was geht es?

Sicher kennst Du den Christopher-Street-Day (kurz CSD). Der CSD ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Intersexuellen (LGBTI). Überall auf der Welt finden in den Sommermonaten bunte Paraden und Umzüge anlässlich des CSD statt. Dabei wird für Gleichberechtigung der „Gay Community“ demonstriert, aber auch insgesamt für Vielfalt und Toleranz und eine bunte Welt.

Es ist mir ein Ehre als Parade-Bloggerinnen bei der begleitenden Blogtour mitzuwirken.



Ich habe mich für entschieden zwei Geschichten zu erzählen, die in meinem nahen Umfeld geschehen sind und die mich sehr berührt haben. Es ist eine traurige und eine fröhliche Geschichte.

Zuerst möchte ich euch von einer lesbischen Freundin erzählen, eine zurückhaltende, freundliche Frau mit großem Herz. Ich wusste, dass sie lesbisch ist und kannte auch ihre Partnerin. Eines Tages erzählte sie mir, dass ihre Eltern es nicht akzeptieren, dass sie lesbisch ist. Es sei nicht so schlimm wie schwul, einen schwulen Sohn hätten sie sofort verstoßen, aber sie mißbilligten ihre Lebensweise und akzeptierten ihre Freundin nicht. Sie hing sehr an ihren Eltern und deren Nicht-Akzeptanz belastete sie sehr.

Ich habe es damals nicht verstanden und verstehe bis heute nicht wie Eltern sich so verhalten können. Für meine Tochter wünsche ich mir, dass sie Menschen um sich haben wird, die sie lieben und mit denen sie glücklich ist, egal welches Geschlecht sie haben.



Die andere Geschichte kenne ich nur vom Hörensagen, denn sie geschah bevor ich die betreffenden Personen kennenlernte. Mein Mann kennt seinen besten Freund seit dem Gymnasium. In ihrer Jugend gab es die eine oder andere legendäre Party im Haus meiner Schwiegereltern. Nach einer solchen teilten sich mein Mann und sein Freund ein Bett und im Verlaufe der Nacht ergab es sich, dass die beiden sich eng aneinander kuschelten und eng umschlungen da lagen. Am Morgen kam meine Schwiegermutter aus irgendeinem Grund in das Zimmer, sah die beiden eng umschlungen im Bett liegen, zog ihre Schlüsse und verlies unauffällig das Zimmer.

Als die beiden später aufgestanden waren, sagte meine Schwiegermutter zu beiden spontan wie sehr sie sie für die beiden freuen würde. Mein Mann und sein Freund waren zunächst etwas verwirrt, bis sie begriffen, dass meine Schwiegermutter sie wegen der innigen Umarmung für ein Paar gehalten hatte. Bis heute finden alle drei die Geschichte ziemlich cool.

Für diese Aktion bin ich unter die Guerilla Strickerinnen gegangen und habe einen Mast der vor unserem Haus herum steht verschönert. Gestrickt habe ich schon lange nicht mehr und so habe ich für dieses kleine, windschiefe Strickstück zwei volle Abende gebraucht. Viel farbenfrohe Wolle war nicht vorhanden, aber etwas habe ich doch noch ausgegraben. Ich sollte öfter stricken, es macht nämlich richtig Spaß. Ich bin übrigens nicht die einzige Guerilla Strickerin bei uns in der Stadt. immer wieder werden Bäume, Säulen oder Masten umstrickt und ich freue mich jedesmal, wenn ich ein neues Werk entdecke.



Wir befinden uns schon mitten in der Blogtour zum CSD. Immer wieder werden Blog-Posts von ganz wunderbaren, sogenannten „Parade-Bloggerinnen“ online gehen. Schaut unbedingt bei ihnen vorbei, sie haben alle großartige, farbenfrohe Projekte für Euch vorbereitet! Dabei sind

Jeden Monat sammelt Frau Jule Beiträge zum Politischen in der Handarbeit. Meinen Guerilla Knitting- CSD Blogbeitrag möchte ich dort einreihen.

Habt einen bunten Tag!

Julia

Kommentare:

  1. Liebe Julia, was für eine großartige Idee, zu diesem Thema selbst zu Guerillastricken! Hier in Graz in der Nähe der Uni tauchen ebenfalls immer wieder mal Strickereien an Laternenmasten auf, aber ich habe mir tatsächlich noch nie Gedanken darüber gemacht, dass ich das ja auch mal selber machen könnte! Jetzt bekomme ich gerade große Lust darauf. Danke auch für Deine beiden Geschichten. Auch mich macht die erste traurig, aber Deine Schwiegermutter ist ja wirklich eine coole Socke! Schön, dass du bei der Parade dabei bist, jetzt gehe ich mit einem Lächeln ins Wochenende! lg, Gabi

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  2. Liebe Julia,

    oh, Guerilla-Strickerei finde ich ja super. Ich muss ja gestehen, dass ich mich noch nie getraut habe, aus Angst erwischt zu werden...^^

    Deine Schwiegermutter ist mir auf Anhieb unheimlich sympathisch.
    Aber wie traurig, dass andere Eltern ihrem Kind so gemein gegenüberstehen.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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  3. Liebe Julia, erst mal: Guerillastricken als CSD-Aktion ist einfach nur großartig. Das setzt das Thema auf verschiedenen Ebenen um: Unsere Welt so bunter und schöner werden! Ich finde Dein Werk wunderbar! Und übrigens: Nähmaschine und Häkelnadel kann ich, aber Stricken funktioniert irgendwie gar nicht...insofern: Hut ab, dass Du mit wenig Strickübung einen so schönen Mast gezaubert hast!
    Und zu Deinen Geschichten: Das sind ja wie 2 Pole des Möglichen. Die erste spiegelt leider genau das wieder, was vielen Menschen beim Coming Out passiert - Ablehnung durch die engesten und wichtigsten Menschen. Doch dass es auch ganz anders geht, so wie es selbstverständlich sein sollte, zeigt Deine 2. Geschichte. Ich beneide Dich um Deine Schwiegermutter - was für eine tolle Frau!
    Dir auf alle Fälle vielen, vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag - ich freue mich sehr, dass Du dabei bist! Herzliche Grüße! Karin

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